Tax News | KPMG | AT

Tax News: Abzug von Fremdkapitalzinsen nach Umgründungen: Verschärfung erwartet

Tax News

Das Abgabenänderungsgesetz 2014 wird voraussichtlich auch für Umstrukturierungen eine wesentliche Änderung bringen. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen nach Umstrukturierungsvorgängen soll eingeschränkt werden. In den Erläuterungen hat der Gesetzgeber jedoch auch eine durchaus positive Aussage verpackt.

Für den Inhalt verantwortlich

Senior Manager, Tax

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Werden Kapitalanteile (zB Beteiligung an GmbH) konzernintern erworben und wird dieser Erwerb fremdfinanziert, können die Fremdfinanzierungszinsen derzeit steuerlich nicht als Betriebsausgabe geltend gemacht werden; und zwar gleichgültig, ob die Fremdfinanzierung konzernintern oder -extern erfolgt. Durch Umgründungen kann der Finanzierungszusammenhang mit dem konzerninternen Erwerb im Einzelfall durchbrochen werden. Das Abzugsverbot kann in der Folge vermieden und die Fremdkapitalzinsen können damit wiederum als steuerliche Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Als Beispiel gilt die Umwandlung einer GmbH in eine GmbH & Co KG. Nach der Umwandlung sind die Zinsen für den vormals fremdfinanzierten konzerninternen Beteiligungserwerb nach herrschender Auffassung wieder steuerlich abzugsfähig. Argumentiert wird der Zinsenabzug damit, dass nach Umwandlung kein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang der Anschaffungsverbindlichkeit zum Kapitalanteil mehr besteht (der GmbH-Anteil wird nämlich im Zuge der Umwandlung vom KG-Anteil ersetzt). Für andere Umgründungsvorgänge bestand in der Praxis allerdings mitunter Unsicherheit, ob ein Zinsenabzug erreicht werden konnte oder nicht.

Die gute Nachricht vorneweg: Der Gesetzgeber hält in den Erläuterungen zur Regierungsvorlage zum AbgÄG 2014 ausdrücklich fest, dass durch die geplante gesetzliche Neuerung die derzeit bestehende Umgehungsmöglichkeit des Abzugsverbotes durch Umgründungsmaßnahmen beseitigt werden soll. Im Umkehrschluss sollte dies aber bedeuten, dass der steuerliche Zinsenabzug trotz konzerninternem Beteiligungserwerb bisher durch Umgründungsmaßnahmen hergestellt werden konnte. Zu hoffen bleibt, dass sich diese Ansicht auch bei Betriebsprüfungen durchsetzt.

Für die Zukunft hält die Regierungsvorlage zum AbgÄG 2014 jedoch eine wesentliche Verschärfung bereit. Durch eine neue Gesetzessystematik im Körperschaftsteuergesetz soll in Zukunft eine "Umgründungsschranke" geschaffen werden. Fremdkapitalzinsen für den konzerninternen Erwerb von Beteiligungen sollen steuerlich auch dann nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig sein, nachdem der unmittelbare wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Anschaffungsverbindlichkeit und Kapitalanteil durch einen Umgründungsvorgang getrennt wurde. Kurz gesagt: Einmal nicht abzugsfähig, immer nicht abzugsfähig; unabhängig davon ob die konzernintern erworbene Beteiligung im Zuge einer Umgründung etwa durch eine Verschmelzung "untergeht" oder bei Umwandlung durch einen KG-Anteil ersetzt wird.

Zu befürchten ist, dass diese Verschärfung in Zukunft auch für "Altfälle" anzuwenden ist. Derzeit sieht der Gesetzesentwurf vor, dass die Neuregelung für Fremdkapitalzinsen nach dem 28. Februar 2014 anzuwenden ist.

Zusammenfassend ist daher Folgendes zu erwarten: Wurde der Zinsenabzug für fremdfinanzierte konzerninterne Beteiligungserwerbe in der Vergangenheit mittels einer Umgründungsmaßnahme hergestellt, sollte dieser nach geltender Rechtslage nicht mit dem Hinweis auf eine Umgehungsmaßnahme verwehrt werden können. Nach dem 28. Februar 2014 werden diese Zinsen aber steuerlich nicht mehr als Betriebsausgabe geltend gemacht werden können. Zu hoffen bleibt eine Adaptierung des Steuerpaketes dahingehend, dass die Verschärfung nicht undifferenziert auf jegliche (noch so lange zurückliegende) Fremdfinanzierungen anzuwenden ist, sondern zumindest zeitlich eingeschränkt wird.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden