Tax Flash

Tax Flash

Pendlerrechner - Erhöhung der Obergrenzen für Sachbezug PKW

1000

Für den Inhalt verantwortlich

Manager, Tax

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Tax Flash

Der Pendlerrechner ist seit 12. Februar 2014 auf der Homepage des
Bundesministeriums für Finanzen (BMF) verfügbar. Die Obergrenzen für den Sachbezug PKW werden für Zeiträume ab 1. März 2014 auf EUR 720,- bzw EUR 360,- angehoben.

 

I. Pendlerrechner

Der Pendlerrechner ist seit 12. Februar 2014 auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) verfügbar. Somit ist die Pendlerverordnung (PendlerVO) nun anzuwenden. Der Ausdruck des Pendlerrechners (L 34 EDV) bildet daher ab Februar grundsätzlich die Grundlage zur Berücksichtigung von Pendlerpauschale und Pendlereuro im Rahmen der Lohn- und Gehaltsverrechnung ab 1.1.2014 (bzw. auch für die Arbeitnehmerveranlagung ab 2014).

Unabhängig davon, ob der Pendlerrechner ein Ergebnis ermittelt, das für den Steuerpflichtigen im Vergleich zu dem bisher erhaltenen Pendlerpauschale mit steuerlichen Nachteilen verbunden ist oder nicht, hat der Arbeitnehmer jedenfalls bis spätestens 30.6.2014 einen Ausdruck des Pendlerrechners bei seinem Arbeitgeber abzugeben.

Wenn der Pendlerrechner ein für den Steuerpflichtigen ungünstigeres Ergebnis ermittelt, ist die PendlerVO ab dem Datum der Verfügbarkeit des Pendlerrechners auf der Homepage des BMF (dh ab dem 12.2.2014) anzuwenden.

Sollte ein Arbeitnehmer bis zum 30.6.2014 keinen Ausdruck des Pendlerrechners beim Arbeitgeber abgeben, sollte der Arbeitgeber aus Haftungsgründen rückwirkend ab Veröffentlichung des Pendlerrechners das Pendlerpauschale samt Pendlereuro im Rahmen der Lohn- und Gehaltsverrechnung nicht berücksichtigen. Damit käme es zu einer Abgabenerhöhung beim Arbeitnehmer in jenen Lohnzahlungszeiträumen, für die die (Negativ-) Aufrollung erfolgt, und im Monat der Durchführung der Aufrollung zu einer Verminderung der Auszahlung. Selbstverständlich bleibt es dem jeweiligen Arbeitnehmer unbenommen, Pendlerpauschale und Pendlereuro für den betroffenen Zeitraum dann
dennoch im Wege seiner Veranlagung (Steuererklärung bzw Arbeitnehmerveranlagung) geltend zu machen.

Wenn der Pendlerrechner ein für den Steuerpflichtigen günstigeres Ergebnis ermittelt, ist die PendlerVO rückwirkend ab 1.1.2014 bis zur Verfügbarkeit des Pendlerrechners anwendbar. In diesem Fall hat der Arbeitgeber das ermittelte Ergebnis im Zuge einer Aufrollung, welche bis spätestens 30.9.2014 zu erfolgen hat, rückwirkend ab 1.1.2014 zu berücksichtigen.

Erste Tests des Pendlerrechners von Benutzern werfen eine Reihe von Fragen auf, die teilweise derzeit noch nicht schlüssig beantwortet werden können. Wird beispielsweise zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer keine fixe Arbeitszeit vereinbart, kann es sein, dass Abfragen für verschiedene Arbeitszeiten (z.B. unterschiedlicher Beginn und unterschiedliches Ende der Arbeitszeit innerhalb eines vereinbarten Gleitzeitrahmens ohne vereinbarte Kernzeit) oder an verschiedenen Wochentagen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Bei unterschiedlich gelagerten Tätigkeitszeiten im Rahmen eines Gleitzeitmodells ist grundsätzlich die überwiegende tatsächliche Tagesarbeitszeit zu berücksichtigen. Bei der Abfrage sind Arbeitsbeginn und Arbeitsende aber so zu wählen, dass eine optimale (schnellstmögliche) Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gewährleistet ist. Auch bei Schichtarbeit ist grundsätzlich auf die überwiegenden Verhältnisse im Kalendermonat abzustellen.

Derzeit bleibt abzuwarten, wie viele weitere offene Fragen der praktische Umgang mit dem Pendlerrechner aufwerfen und ob und welche abweichende Vorgehensweise seitens des BMF vorgesehen wird.

 

II. Erhöhung der Obergrenzen für den Sachbezug PKW ab März 2014

Mit dem am 19.2.2014 erschienen BGBl II 29/2014 werden die Obergrenzen für Sachbezüge für die Privatnutzung von arbeitgebereigenen Kraftfahrzeugen angehoben (Änderung der Sachbezugswerteverordnung).

Die Maximalgrenzen werden für den “vollen Sachbezugswert” (monatliche Fahrtstrecke für Privatnutzung mehr als 500 km) von EUR 600,- auf EUR 720,- und für den „halben Sachbezugswert“ (monatliche Fahrtstrecke für Privatnutzung übersteigt nachweislich die 500 km-Grenze nicht) von EUR 300,- auf EUR 360,- angehoben. Der anzuwendende Satz von 1,5% bzw 0,75% bleibt unverändert.

Diese Anhebung gilt im Fall der Berücksichtigung des Sachbezuges im Rahmen der Lohn- und Gehaltsverrechnung für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 28.2.2014 enden (ab der Abrechnung für März 2014) bzw. bei Berücksichtigung im Rahmen der Veranlagung erstmals bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2014 für Zeiträume, die nach dem 28.2.2014 enden.

Von der Anhebung der Obergrenzen sind auch Fahrzeuge betroffen, die vom Arbeitgeber schon vor dem 1.3.2014 zur Privatnutzung überlassen wurden.

Es ist daher in jenen Fällen, in denen derzeit ein voller Sachbezug in Höhe von EUR 600,- bzw ein halber Sachbezug in Höhe von EUR 300,- angesetzt wird, die Höhe des Sachbezugswertes zu überprüfen und im Regelfall anzupassen.

Trotz der Anhebung der Grenzen für die Sachbezugsbewertung ist eine Erhöhung der Angemessenheitsgrenze für die Geltendmachung von Aufwendungen oder Ausgaben im Zusammenhang mit der Anschaffung eines Personen- oder Kombinationskraftwagens derzeit nicht vorgesehen. Eine Absetzung ist weiterhin nur möglich, soweit die Anschaffungskosten inklusive Umsatzsteuer und NoVA 40.000 Euro nicht übersteigen.

 

PDF herunterladen

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG hat einen neuen Webauftritt entwickelt, der einen möglichst einfachen, nutzerfreundlichen Zugang zu den Inhalten von KPMG bieten soll.