Tax News: "Inflationsabschlag" auch für Kapitalgesellschaften?

Tax News

Mit dem 1. Stabilitätsgesetz 2012 wurde die ertragsteuerliche Behandlung von Grundstücksveräußerungen umfassend neu geregelt. Kapitalgesellschaften sind von dieser Neuregelung weitgehend ausgenommen. Der nunmehr in bestimmten Fällen vorgesehene "Inflationsabschlag" kann allerdings auch für Kapitalgesellschaften Bedeutung haben.

1000

Für den Inhalt verantwortlich

Senior Manager, Tax

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Mit dem 1. Stabilitätsgesetz 2012 wurde für private Grundstücksveräußerungen unter anderem ein "Inflationsabschlag" eingeführt: Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen sind ab dem 11. Jahr nach der Anschaffung um jährlich 2% zu vermindern (höchstens um 50%). Diese Regelung gilt auch im betrieblichen Bereich natürlicher Personen, allerdings nur für die Veräußerung von Grund und Boden.

Beispiel: Ein Grundstück wird im 20. Jahr nach der Anschaffung veräußert. Für 10 Jahre steht ein Inflationsabschlag von jährlich 2% zu (insgesamt daher 20%). Die steuerpflichtigen Einkünfte sind somit um 20% zu vermindern.

Ob der Inflationsabschlag auch für Kapitalgesellschaften gilt, ist dem Gesetz (bisher) nicht eindeutig zu entnehmen. Die Anwendung der Vorschrift ist nämlich an die Anwendung des Sondersteuersatzes (25%) geknüpft; ein Sondersteuersatz ist für Kapitalgesellschaften jedoch nicht vorgesehen. Allerdings wird in der Literatur (auch von Mitarbeitern des BMF) die Auffassung vertreten, dass der Inflationsabschlag als Teil des allgemeinen Gewinnermittlungsrechts nicht nur für natürliche Personen, sondern auch für Kapitalgesellschaften zur Anwendung kommen kann. Die Ausnahmevorschrift, wonach der Inflationsabschlag dann nicht zu berücksichtigen ist, wenn der Sondersteuersatz nicht zur Anwendung kommt, wird (bezogen auf Kapitalgesellschaften) in der Literatur so verstanden, dass dadurch lediglich jene Fälle ausgenommen sind, in denen Grundstücke dem Umlaufvermögen zuzuordnen sind oder ein Schwerpunkt der betrieblichen Tätigkeit in der Überlassung oder Veräußerung von Grundstücken liegt.

Durch das Abgabenänderungsgesetz 2012 könnte es nach der kürzlich veröffentlichten Regierungsvorlage in diesem Punkt zu einer Klarstellung kommen. Nach dem Gesetzesentwurf ist die Regelung zum Inflationsabschlag im betrieblichen Bereich nämlich nicht mehr mit der Anwendung des Sondersteuersatzes verknüpft, so dass auch die oben beschriebene Unklarheit nicht mehr besteht.

Auch Kapitalgesellschaften können somit nach der dargestellten Auslegung des Gesetzes einen Inflationsabschlag bei der Veräußerung von Grund und Boden geltend machen (bei der Veräußerung von bebauten Grundstücken ist eine Aufteilung des Veräußerungsgewinns auf Grund und Boden und Gebäude erforderlich). In zeitlicher Hinsicht sind Veräußerungen nach dem 31. März 2012 erfasst. Auswirkungen können sich daher erstmals für die Körperschaftsteuerveranlagung 2012 ergeben. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Sobald die endgültige Rechtslage für 2012 feststeht, werden wir Sie informieren.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG hat einen neuen Webauftritt entwickelt, der einen möglichst einfachen, nutzerfreundlichen Zugang zu den Inhalten von KPMG bieten soll.